Süßes in Skandinavien

Im Norden nascht man anders. Zumindest aus der Sicht der österreichischen Milka- und Mannerschnitten-Konsumenten: Lösgodis oder smågodis (sprich: lösgudis bzw. smogudis, auf Neudeutsch: Pick-and-Mix-Süßigkeiten) und Lakritze wirken ziemlich exotisch auf uns.

Lösgodis und Lördagsgodis

Meine erste Erfahrung mit Lösgodis war ein Kinobesuch in Stockholm. Wo sich unsereiner mit schnödem Weingummi oder Rumkugeln begnügt, geht man in Schweden nach dem Kartenkauf noch kurz zum Zuckerlgeschäft ums Eck. Dort findet man Schütte um Schütte mit dutzenden unterschiedlichen Süßigkeiten zur Selbstbedienung; bezahlt wird nach Gewicht. Mit zwei Hekto (=200 Gramm) oder mehr Godis im Sackerl genießt man dann den Kinobesuch auf schwedische Art. Lösgodis und Lördagsgodis hängen eng zusammen: das Konzept „Lördagsgodis“ (auf Deutsch: Samstags-Süßigkeit) entstand in den 1960ern als Nebenprodukt einer landesweiten Zahngesundheitsstudie („Vipeholmsexperimenten“). Damals wurde den Eltern empfohlen, Kindern nur an Samstagen Süßes zu erlauben, um den weit verbreiteten Kariesbefall zu reduzieren. Diese Tradition etablierte sich rasch und ist auch heute noch weit verbreitet.

Unterschiede zwischen den Ländern

Aber was essen denn die Skandinavier am liebsten? Hier gibt es tatsächlich große Unterschiede zwischen den Ländern: während Schweden und Finnland klassische „Gummizeugs“ und Lakritze-Länder sind, mag man in Norwegen lieber Schokoladiges. Island ist Lakritze-Hochburg, und besonders Kombinationen aus Lakritze und Schokolade sind sehr beliebt. In Dänemark wiederum ist Lösgodis nicht so verbreitet wie anderswo in Skandinavien.

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