Mit Lakritze kochen – schmeckt das?

„Mit Lakritze kochen? Wie kommt man denn auf diese Idee?“

Titelbild LakritzekochenDass die Bewohner des Nordens ihre Lakritze-Süßigkeiten lieben, ist hinlänglich bekannt. In den letzten Jahren entwickelte sich das Angebot von Lakritze rasant weiter: es gibt immer mehr Nachfrage nach feiner Premium-Lakritze abseits von Lösgodis-Schütten und Supermarktware. Kaltgeräuchert, mit Meersalz oder edler Schokolade – jedes Jahr kommen neue Varianten auf den Markt.

Weg von der Massenware und hin zum Handwerksprodukt: dieser Trend war heuer beim „Lakritsfestival“ in Stockholm klar erkennbar. Der schwedische Hersteller „Haupt“ lässt seine Lakritze zehn Wochen reifen und gibt auch Tipps für passende Getränke: zu Salzlakritze etwa passt ein rauchiger Whisky gut, ein fülliger, trockener Weißwein wiederum passt gut zu Süßlakritze.

Auch als Gewürz und Kochzutat lässt sich Lakritze verwenden. Der schwedische „Koch des Jahres“, Thomas Sjögren, gewann mit einem auf Holzkohle gegrillten Lamm mit in Rohlakritze eingelegtem Fenchel. Die Veranstalterin des Lakritsfestivals, Tuija Räsänen, erklärte, dass Lakritze andere Geschmäcker sowohl hervorheben als auch dämpfen kann; somit ideal zum Experimentieren und Kombinieren geeignet!

„Ok, na gut,… aber was braucht man denn dazu alles?“

KochbuchVoller Neugierde und Interesse erstand ich also direkt am Lakritsfestival das neue Kochbuch „Lakrits – recept och kuriosa“ von Annica Triberg und Annika Wallin (gibt’s natürlich auch bei Skandibok), zu meiner großen Freude gleich handsigniert. Gleichzeitig bekam ich bei einem Lakritzkochkurs vor Ort die passenden Tipps von den Köchen Douglas Spiik und Gunnar Frykfors.Pulver Und last, but not least konnte ich mich gleich mit den optimalen Kochzutaten ausstatten: Lakritzpulver und Süß- und Salzlakritssirup.

Was kann da einem erfolgreichen Lakritze-Dinner noch im Weg stehen? Richtig: die Versuchskaninchen! Diese waren aber rasch gefunden und vom Vorhaben überzeugt: Julia (6) und Florian (4), sowieso schon geeichte Lakritzeesser, dazu mein Mann Gregor. Die beiden Gaststars Karina und Gregor von Skandibok kamen mit Fotoapparat, weiterem Lakritzkochbuch und diversen anderen Zutaten bestückt in unsere Versuchsküche.

„Was habt ihr denn dann wirklich gekocht?“

Gemeinsam hatten wir die Kochbücher und verschiedene Blogs durchforstet und schließlich ein mehrgängiges Lakritzemenü zusammengestellt (alle Rezepte für 4 Personen):

Marmelade

Lakritzmarmelade

Köttbullar

Lakritz-Köttbullar

Kladdkaka

Kladdkaka mit Lakritze

Titelbild Lakritzekochen

Lachs mit Lakritzkruste

 

 

cocktail

Lakritz-Cocktail

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Und, wie hat’s geschmeckt?“

Ein Blick auf die leeren Teller am Ende des Abends hat gezeigt: hervorragend! Ganz besonders gut waren die Süßspeisen; beim Köttbullar-Rezept ist noch ein bisschen „finetuning“ nötig, um den Lakritzegeschmack gleichmäßig verteilt zu bekommen. Aber mehr dazu bei den einzelnen Rezepten.

„Fazit also?“

Mit Lakritze kochen erweitert jedenfalls den geschmacklichen Horizont; die feine Lakritznote passt tatsächlich zu vielen Zutaten und Gerichten, bei denen man es sich vorher kaum vorstellen hätte können. Wir sind jedenfalls bereit für neue Rezepte und einen baldigen weiteren Lakritz-Kochabend!

 

Alle Fotos: (c) Gregor Tatschl

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